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Kunst- und Gestaltungstherapie ist eine Möglichkeit, spontane schöpferische Energien zu beleben und die eigene Seelenmitte – das Selbst – zu finden.

Elisabeth Tomalin

Ausbildung zum/zur Kunst- und Gestaltungstherapeut/In

Wer im Rahmen der Fachqualifikation Interesse an der Methode Kunst- und Gestaltungstherapie entwickelt hat und sich nunmehr zum Therapeuten dieser Ausrichtung qualifizieren lassen möchte, ist in diesem Ausbildungsgang genau richtig. Dieser schließt sich wie ein Aufbaustudium optimal an die Ausbildung zum psychologischen Fachtherapeuten an und befähigt mit dem Abschlusszertifikat zum unmittelbaren beratend-therapeutischen Arbeiten in der Praxis.
 
Was sichtbar ist, kann bearbeitet werden
Die Kunst- und Gestaltungstherapie ist – streng genommen – kein eigenes Psychotherapiekonzept, sondern verbindet sich mit unterschiedlichen psychotherapeutischen Theorien, wie z.B. der Tiefenpsychologie, Gestalt- und Gesprächstherapie. Zunächst einmal beinhaltet ein kreativ-gestalterischer Prozess in sich selbst schon eine heilsame Kraft und vermittelt dem Schöpfer bzw. dem Künstler ein Gefühl der Befriedigung und Befreiung. Darüber hinaus aber kann die Gestaltung als Ergänzung zur Sprache nonverbal über Formen und Farben etwas ausdrücken, was der Betreffende z.Zt. sprachlich noch gar nicht fassen und ausdrücken kann. In der tiefenpsychologisch orientierten Arbeit werden zusätzlich noch die Bildelemente als Symbolsprache des Unbewussten genutzt. Dadurch werden sie der bewussten Wahrnehmung über die Sprache wieder zugänglich gemacht und zur Bearbeitung freigegeben.  
 
Voraussetzungen zur Ausbildung

  • profunde Kenntnisse der Psychologie/Psychotherapie, wie man sie z.B. durch die Ausbildung zum psychologischen Fachtherapeut am F.I.T. erworben hat
  • 100 Stunden Selbsterfahrung/Therapie
  • Bereitschaft zur umfassenden Selbstreflexion
  • Erfahrung im psychosozialen Bereich sind wünschenswert  

Aufbau der Ausbildung
Die Ausbildung besteht aus drei Arbeitssemestern, in denen jeweils – neben den Aspekten der Gestaltungsarbeit – eine Methode praxisnah vermittelt wird. Anschließend erfolgt ein Prüfungssemester, das nochmal intensiv auf die Abschlussprüfung vorbereitet.
 
Das erste Semester ist die Fachqualifikation Kunst- und Gestalttherapie, in der es hauptsächlich um die verschiedenen Methoden und Materialien sowie um deren Wirkung geht. Auf Basis der klientenzentrierten Gesprächspsychotherapie erlernen die Teilnehmer eine zugewandte Gesprächsführung anhand der erstellten Kunstobjekte.
 
Im zweiten Semester steht die Tiefenpsychologie im Vordergrund. C.G. Jung war der erste, der sich der Bedeutung von gestalterischen Prozessen bewusst war und diese Form des Ausdrucks dem Symbolgehalt von Träumen, Mythen und Märchen gleichgesetzt hat. Seine Lehre der Archetypen und der Traumarbeit hat wesentlichen Anteil am Verständnis des gestaltungstherapeutischen Geschehens. 

  • Traumtheorien und Traumarbeit nach Freud und Jung: Symbolik in Traum und Gestaltung
  • der Traum-via regia zum Unbewussten: Träumen lernen, Traumbuch verfassen
  • die Funktionen des Traumes: Botschaften des Unbewussten entschlüsseln mit der Methode der aktiven Imagination
  • Amplifikation durch Gestaltung: Erweiterungsketten zum Verständnis der unbewussten Gestaltung
  • Archetypen und Individuation: Der Dialog mit den inneren Bildern – Imagination als heilsame Kraft
  • Abschluss-Workshop

Im dritten Semester geht es um den gestaltungstherapeutischen Ansatz in Verbindung mit dem Konzept der Rational-Emotiven-Verhaltenstherapie nach Ellis. Nach diesem Ansatz entstehen Konflikte, weil das Zusammenspiel von Denkmustern, Gefühlen und Verhalten aufgrund von biografischen Erfahrungen durch falsche Bewertungen gestört ist und daher zu unangemessenen Reaktionen führt. Die Methode ermöglicht es, Konfliktsituationen kurzfristig aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und eine neue Bewältigungsstrategie zu entdecken.

  • Kunsttherapie und klassische Verhaltentherapie: koinitive Strategien zur Konfliktlösung
  • REVT und die ABC-Methode nach Ellis: Hierarchie der Emotionen und Rational-Emotive-Imagination
  • Kognitive Interventionen: in Verbindung mit gestalterischen Elementen
  • Kanfer und die dynamische Problemlösung: Desensibilisierung durch Gestaltung
  • Selbstmanagement – Zeitmanagement: Life-Work-Balance und Lebenslinie
  • Abschluss-Workshop 

Das vierte Semester ist das so genannte Prüfungssemester, das intensiv auf die Abschlussprüfung vorbereitet.
 
zertifizierter Abschluss
Wenn alle Voraussetzungen zur Prüfungszulassung erfüllt sind (vier Semester mit allen benannten Inhalten, 50 Praktikumsstunden, ein frei gestaltetes Kunstobjekt, 50 lehrtherapeutische Sitzungen, 10 Therapiesitzungen mit Supervision, Empfehlung von zwei Dozenten), kann der zertifizierte Abschluss im Sinne des BVPPT erfolgen. Die Absolventen sind somit zum unmittelbaren beratend-therapeutischen Arbeiten in der Praxis befähigt und erwerben automatisch die Mitgliedschaft im BVPPT.

Herzlichen Glückwunsch!